Mittwoch, 21. September 2016

Verwundete Insel


Unsere erste Radtour längs des Radweges Richtung Nordby – bei herrlichem Sonnenschein – sollte uns unter anderem zum Vermieter führen.
Der Kühlschrank pfützte und die Toilette wollte nicht so richtig ihre Funktion erfüllen, was uns natürlich ungemein gestunken hat; dringende Abhilfe war vonnöten. Der Handwerker kam nahezu prompt, er sprach perfekt Deutsch, sogar mit uns bekanntem Dialekt; er ist nämlich in Rheinland-Pfalz aufgewachsen. Das „wärklisch“ statt „wirklich“ hat ihn verraten, das können nur die Bundeslandsleute so unnachahmlich aussprechen.
An dieser Stelle mal ein Lob an die Firma, denn wenige Stunden später waren die Probleme behoben. Erstmals seit wir auf der Insel in einem Ferienhäuschen sind, haben wir interessiert zugeschaut, wie von der „Nordby Renovation Slamsugning“ die diversen Tanks abgesaugt wurden (Pumpeanlæg Højtryksspuling), drei an der Zahl.
Aber warum drei Gruben und wie das funktioniert, haben wir natürlich nicht verstanden.


Doch zurück zur Tour.
Alles bestens, bis zum Abzweig zur Albue Fuglekoje, da fuhr uns der Schreck gewaltig in die Glieder!
Was haben die nur mit der Insel gemacht?
Gewaltige Schneisen, breit und endlos lang, haben die in die Landschaft geschlagen.
„Wollen die eine neue Straße bauen oder eine Autobahn oder gar einen Flugplatz? Wie kann man so etwas nur machen?“, dachten wir.



Nach der Rückkehr bemühten wir uns, das Mysterium der verwundeten Insel aufzuklären. Asger, unser Nachbar schräg gegenüber, beschwichtigte. Das sei nur eine Stromtrasse von den Niederlanden nach Dänemark, die „offshore“ in der Nordsee, durch Fanø „onshore“ unter der Erde verlegt werde.

Das müssen aber gewaltige Kabel sein, wenn die solche Schneisen brauchen. Oder ist das nur wegen der Größe der Maschinen, die das bewerkstelligen?
Es war etwas mühsam, Informationen dazu im Netz zu finden. Die Bezeichnung des europäischen Projekts, nämlich COBRA und Cobracable, war letztendlich der Schlüssel.


Und wie das Leben so spielt, fiel unserem „Papiertiger“ Mama Vogelsberger die neueste Ausgabe von FANØ POSTEN vom 10.09.2016 in die Hände. Dort entdeckte sie den zweiseitigen Artikel über die Realisierung des Projekts, der just dort erschienen war.

COBRA’en kravler i land på Fanø

Entnommen von fanoeposten.dk
siehe nebenstehenden Link
Dort ist auch ein Bild zu sehen von der Insel und von der Trassenführung.
(Den Artikel inclusive des Bildes finden Sie auf der Homepage von Fanø Posten)

Ach ja, nachdem ich die Homepage der Zeitung mit dem kompletten Artikel gefunden hatte, erübrigte sich mein anderer Versuch, das Bild aus der Zeitung hier einzustellen.

Da hatte ich nämlich die Doppelseite aus der gehefteten Zeitung herausgelöst, dann mit dem Bügeleisen glatt gebügelt, um ein ordentliches Foto machen zu können vom Verlauf des Kabels.
Trotzdem stelle ich mein Produkt hier ein. Nicht schlecht, oder?

In München ist z. Zt. das Oktoberfest, mit dem schönen Spruch zur Eröffnung mit dem Fassanstich: „O'zapft is!“.
Oazapfen des Stromkabels zur heimlichen Stromversorgung ist nicht: Das ist eine Hochspannungsleitung.
Bin gespannt, wie die Kaninchen und sonstigen Untererd- bzw. Untersandbewohner damit umgehen werden.
O'nagt is?
Und hoffentlich bricht beim nächsten Sturm oder dem nächsten Hochwasser die Insel nicht längs des Kabels auseinander.

Ach so, jetzt hätte ich ja beinahe den Pælebjerg (21 m hoch) und seine Konkurrenz vergessen!
Neben der Straße ist dort, wo sie die Trasse schneidet, ein riesiger Berg Holzhackschnitzel aufgetürmt. Ob der wohl höher ist?
Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, ihn zu vermessen.

Jedoch ist in Fanø Posten ein Bild, auf dem Kim Madsen auf dem Haufen stehend zu sehen ist. Unterschrieben mit
Skovløber Kim Madsen på toppen af flisbunken,
der er ca. ti meter høj.

Womit die Frage beantwortet ist, sofern die deutschen Leser die dänischen Zahlen gelernt haben.

Schwalben

So zwischendurch ...
(weil alle Lesende meines Blogs ja auf die Wunden der Insel und die Konkurrenz zum Pælebjerg warten)

Das "verbogene" Schild ist kein Fehler
des Fotografen. Es gibt Könner, die crashen
gegen das einzig vorhandene weit und breit.
Da haben die Fanniker in Strandnähe einen See mit Inseln als Brutgebiet für Vögel angelegt, ... und sehr schön: unter einer Düne verborgen einen „Bunker“ mit verschließbaren Sehöffnungen zwecks ungestörter Beobachtung der Biologie.
Dort ist immer noch recht wenig los nach zwei Jahren, denn das dauert wohl, bis sich Flora und Fauna entwickelt haben.






Und was haben die Schwalben gemacht? Den Spieß umgedreht: sie haben im Beobachtungsbunker ein Nest gebaut, fliegen an durch den Eingang und die Beobachtungsfenster, um ihre Jungen zu füttern. Und sie lassen sich nur wenig stören, wenn Besucher im Bunker sind.
Herrlich, das Gekreische und Gezappel der Jungen, wenn die Eltern anfliegen. Aber ansonsten sind sie ganz still und warten geduldig.
So manche Eltern würden sich solch brave Kinder wünschen.
Für die Eltern ist das offenbar höchste Anstrengung, denn sie bringen fast im 10-Sekunden-Takt Nachschub.

Der Fotograf freut sich.
Übrigens habe ich seit vielen, vielen Jahren kein bevölkertes Schwalbennest mehr gesehen.

Dienstag, 20. September 2016

Wieder da!

Mama und Papa Vogelsberger sind wieder auf Fanø gelandet, am letzten Samstag. Drei Wochen werden wir wohl bleiben.
Schon viel gesehen und erlebt und gemacht haben wir in den ersten drei Tagen, aber noch nichts berichtet davon, … es gibt anfangs einfach zu viel, so dass für das Schreiben zu wenig Zeit bleibt.

Die Insel empfing uns – nach so manchem Regenschauer unterwegs – in strahlend blauem Kleide. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet.
Die Fanniker und ihre Besucher, wahre Heerscharen waren auf der Insel, hatten am letzten Tag des Strikkefestivals (Sonntag, 18. September) großes Glück mit dem Wetter. Insider meinten allerdings, der große Andrang sei auch dem (probehalber) reduzierten Preis für die Fähre zu verdanken.

Mama Vogelsberger hatte die zuhause gewechselten Kronen vergessen (kann passieren – wär’s mir passiert … o jemine!), so dass ich am Kassenhäuschen in Euro bezahlen durfte. 30 € wollte er haben (ups, das hätten doch so um die 60 sein müssen) und ich bekam sogar noch Wechselgeld in DKR raus. 30 € – kann nicht stimmen, dachten wir, aber nun denn. Vielleicht hat der Kassierer Mama Vogelsberger nicht gesehen und nicht mitgezählt?
Auf dem Kassenbon stand 195 DKR, ups. Erst jetzt ging mir auf, dass Anja mir eine Nachricht geschickt hatte mit „reduzierte Preise ab September“ nebst einer pdf-Datei mit der Preisliste von Fanøfærgen. Ehrlich gesagt hatte mich das nicht sonderlich interessiert, denn die Fähre muss ja gelöhnt werden, wenn wir auf die Insel wollen, egal wie viel sie kostet. Wir würden sie ja deswegen nicht aufgeben als Urlaubsdomizil oder uns ein schwimmfähiges Auto kaufen.
Würde man aber des Öfteren hin- und herfahren, dann wäre das auf Dauer ein stolzer Batzen. So ist es durchaus denkbar, dass der Andrang am 17. und 18. tatsächlich etwas mit dem Preis für die Fähre zu tun hatte.

Inzwischen haben wir diverse Joggingrunden und zwei Touren mit dem Fahrrad nach Rindby und Nordby hinter uns.
Ach ja: Helen und Jürgen sei wieder gedankt für diese Mobilität. Wer übrigens Papa Vogelsberger mit Maya Fenja tanzen sehen möchte, Helen hat ein Video.
Das alles bei durchweg schönem Wetter – mitunter bedeckt, was sich aber im Laufe des Tages gab.
So kann's gerne bleiben.
Das folgende Bild ist am Vormittag des 18.09. entstanden.


Weiß jemand, wie man dieses Wolkenphänomen nennt, diese scharfe Grenze zwischen den Blau und den Wolken? Und wie es entsteht?

Ach ja, gleich auf der ersten Fahrt längs des Radweges konnte ich mich erfreuen daran, dass der Ameisenhügel wieder bestens in Schuss ist. Die Ameisen haben ihrem Namen alle Ehre gemacht und den Sommer über kräftig geschafft an der Renovierung.
Und böse Menschen, die den Bau zerstörten, gab es zum Glück offensichtlich auch nicht.




Der nächste Post wird berichten von der Konkurrenz für den Pælebjerg und den neuen riesigen Wunden der Insel.

Dienstag, 6. September 2016

Anekdoten und Geschichten

... aus früheren Zeiten und Tagen auf Fanø

(als pdf-Dateien)

Ins Wasser gefallen  – Oktober 2014
Feuchte Bernsteinsuche mit dem Fahrrad

Hexenbesen und Entenmord  – Oktober 2014
bei einer Fahrradtour zur „fuglekøje“ vom Baum gefallen

Impressionen – November 2014
Kein Weihnachten ohne Nisser – winterliche Impressionen

Ein seltsames Völkchen  –  Oktober 2015
Was mir so ins Auge sprang

Kaputtbaum und Bollerwagen –  Oktober 2015
Täuschen mit Fotomontage und Ayrton Senna am Waldspielplatz

Guddes Vogelhäuschen  – Dezember 2015
Das Vogelfutterhäuschen in unserem Garten

Apfelpfannküchlein  – Dezember 2015
Die Filtertüte im Eiklar – Eiweiß mit Kaffeegeschmack




Sonntag, 4. September 2016

Sandsteuer

Wird Fanø untergehen?

Wir fahren seit nahezu 40 Jahren nach Fanø. Wie wird es dort in weiteren 40 Jahren aussehen?

Ihr wisst nicht, was »Sandsteuer« ist?
Googeln hilft da auch nicht viel, denn die Suche danach lieferte nahezu keine Treffer, fragte nur, ob ich »Sandstreuer« meine. Dänemark zählt zu den wenigen Ländern auf der Erde, die eine solche Steuer erheben.
»Sand – Die neue Umweltzeitbombe« war/ist der Titel einer ARTE-Dokumentation (2012 entstanden, Originaltitel »Sand Wars«), die ich letztes Jahr sah. Man kann sie in ganzer Länge (1 h 14 min) bei Youtube sich anschauen.
Es lohnt sich! Ist aber eher gruselig.

Um zu erfahren, dass Sand zu einem wertvollen Rohstoff geworden ist, mit dem Milliardengeschäfte gemacht werden, so dass sich inzwischen in vielen Ländern mafiöse Strukturen entwickelt haben. Wer hätte das gedacht, dass man mit Sand Millionär werden kann?
Voraussagen zufolge wird es – wird dem Raubbau nicht Einhalt geboten – im Jahr 2100 keine Sandstrände mehr geben, … für eine Insel wie Fanø (wie für viele andere auf unserer Erde) eine Katastrophe.

Nie und nimmer wäre ich auf die Idee gekommen, dass uns der Sand ausgehen könne, allein in unseren Wüsten gibt es doch unendliche Ressourcen, dachte ich. Die Wüstenscheiche, sie bauen und bauen, aber mit Sand aus Australien importiert, teuer eingekauft. Denn mit Wüstensand kann man nicht bauen, keinen tragfähigen Beton herstellen, die Sandkörnchen sind zu rund. Hierfür braucht man unregelmäßig geformte Körner, wie sie nur durch die Erosion unserer Gebirge entstehen und über die Flüsse seit Millionen Jahren ins Meer eingetragen werden oder in Flussbetten und Kiesgruben lagern. Mittlerweile gelangt aber kaum mehr die Hälfte davon in die Meere, weil weltweit ca. 845.000 Staudämme den Weg versperren.
Die Ressourcen aus Flüssen und Kiesgruben gehen zur Neige, inzwischen bedient man sich mehr und mehr aus den Meeren. Weltweit mehrere tausend Schwimmbagger schöpfen/saugen Sand vom Meeresboden – und den gar kostenlos. Und in Ländern wie den Philippinen tauchen arme Menschen zum Meeresboden, sammeln den Sand in Plastiksäcken und verkaufen ihn an die Baulöwen.

Ob des steigenden Meeresspiegels geraten immer mehr Küstenregionen in Gefahr. Früher türmte das Meer eigene Hürden/Schutzwälle aus Sand auf, Dünen (siehe Fanø), was nicht mehr funktioniert, wenn das Meer mehr und mehr seines Sandes beraubt wird (von den Schäden am Meeresboden für Flora und Fauna ganz zu schweigen).
Ist die Menschheit tatsächlich so dumm?

Quellen (05.09.2016):
Sand, rarer than one thinks (United Nations Environment Programme)
Unserer Erde geht der Sand aus

Zurück zum Thema „Sandsteuer“!
In der sehr empfehlenswerten zweiten Quelle ist zu lesen:
»Dänemark:
Das Land erhebt eine Steuer auf Meersand, seither wird nur noch 12% verbraucht. Vorher über 94%.«
Ich gehe davon aus, damit ist gemeint, dass von dem auf dem dänischen Markt umgesetzten Sand nunmehr nur noch 12% aus dem Meer stammen, gegenüber dem vorigen Raubbau von 94%.
Dänemark geht mit gutem Beispiel voran!

Samstag, 3. September 2016

Dansand

Es nahen die Tage, an denen wir unserer geliebten Insel wieder einen Besuch abstatten dürfen.
Was aber machen Fanø-Fans in jener Zeit, in der sie entsagen müssen?
Na ja, mitunter eben in Erinnerungen schwelgen, Mitbringsel besichtigen, Fotos bearbeiten und Collagen oder Fotobücher erstellen. Fanø-Honig von der Insel oder Solbær-Marmelade von „Den Gamle Fabrik“ genießen. Oder Bernsteine zählen, die wir über viele Jahre hinweg gefunden haben (nicht wirklich, das sind zu viele).

Apropos Bilder:
Tausende schlummern in Alben und Fotobüchern und Abertausende virtuell in den Tiefen des Computers. Man bräuchte viele Wochen, sie hervorzuholen und wieder zu betrachten.
Aber wer nimmt sich schon die Zeit dafür? Leider! Wir selbst kaum, und wahrscheinlich werden unsere Nachkommen das nicht virtuelle „Zeug“ entsorgen. Die Mitbringsel werden vielleicht in Ehren gehalten, oder sie landen wenigstens auf Flohmärkten, um anderen eine Freude zu machen.
Das ist eben die Vergänglichkeit.

Apropos Bernsteine:
Will jemand 'was abhaben? Nö!
Viele Fanniker haben im Laufe der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte Bernstein gesammelt und angesammelt. Wenn man nicht gerade ins Bernsteinmuseum oder zum Ravsliber geht, sieht man davon aber wenig. Die Menschen stellen das nicht zur Schau; in Fenstern sieht man eher selten alte Bonbongläser mit der gesammelten Beute stehen. Vielleicht aus Angst vor Dieben, wohl nicht ganz unbegründet. Auch scheint es in Dänemark viel weniger als bei uns Usus, zu zeigen was man hat.

Auch in jenen kargen Zeiten in Old Germany bleibt man nie ganz unberührt von unserem nördlichen Nachbarland.
Da hört man von schwersten Steinen, die von einer Autobahnbrücke gezielt auf Fahrzeuge geworfen werden – keine gute Nachricht! Aber bei uns hat’s das auch schon x-mal gegeben. Idiotie hat eben keine Nationalität, es gibt sie überall.
Oder dass die dänische Nationalmannschaft Handball-Olympiasieger geworden ist, gegen den erklärten Favoriten Frankreich. Mich hat’s sehr gefreut. Die vielen handballverrückten Dänen waren bestimmt ganz aus dem Häuschen.
Oder Tochter Anja schickt gleich eine ganze Batterie Fotos von den Drachenflugtagen (International Kite Flyers Meeting) auf Fanø. Herrliche Bilder übrigens.

Doch zurück zum Thema.
Und bei uns Zuhause? Das Trottoir vor unserem Haus ist mit Platten, 30 mal 30 cm, belegt (und wir haben ein Eckgrundstück, das erhöht die „Pflegestufe“ gewaltig), und im Hof haben wir auch dieses Zeug – also jede Menge, nee, Unmengen Fugen, in denen das Unkraut munter sprießt. Als umweltbewusste Menschen halten wir uns an die gesetzlichen Auflagen, also kein Roundup, kein Salz oder sonstige Chemie, sondern Handbetrieb mit dem Fugenkratzer. Inzwischen sind wir da Spezialisten: Wer wissen möchte, welcher Fugenkratzer der beste ist, möge uns fragen.
In diesem Sommer, der keiner war und mit Verspätung einer wurde, war es besonders schlimm. Bist du hinten fertig geworden mit dieser Knochenarbeit, kannst du vorne wieder anfangen.
Aber was hat das mit Dänemark zu tun? Nun, es gibt eine dänische Firma „Dansand®“ mit Sitz in DK-8740 Brædstrup, die sich dieser Sache „Fugen“ angenommen hat.
Die Fugen versiegeln mit Fugenmörtel kam nicht Betracht, jedoch gibt es dort auch „offene“ Materialien, nämlich Fugensand und Steinmehl.
Zum Fugensand ist auf der Homepage zu lesen »Die Mischung aus ofengetrockneten, nährstoffarmen Mineralien schafft wüstenähnliche Verhältnisse durch einen natürlich hohen pH-Wert, sodass eine stark unkrauthemmende Wirkung erzielt wird – auf ganz natürliche Weise, ohne Chemie. Diese Wirkung bleibt jahrelang bestehen, auch bei ausgiebigem Dauerregen, welches in ausgiebigen Tests bewiesen wurde.«
Dänischer Sand im Hof – das klingt doch gut!
Gedacht, getan. Fugen tief auskratzen, mit Dansand füllen. Den gibt es in 20-Kilo-Säcken in zwei Farben ANTHRAZIT und SYLT. Ups, dachte ich, als ich „Sylt“ las, „die Dänen werden doch nicht den Syltern den Sand abgraben?“, bis ich kapierte, dass damit die Farbe bezeichnet war. Ach ja: 20 Kilo klingt gewaltig, aber ratzfatz nach ein paar Quadratmetern war das aufgebraucht.
Und dann harrten wir der Dinge, die da kommen. Genauer gesagt, des Unkrauts. Erstmal sieht es sehr gut aus. Und zweitens: Nach wenigen Wochen kann ich sagen, dass das Unkraut bei Weitem weniger geworden ist. Ganz ohne wie in der Werbung ist es nicht (vielleicht habe ich auch die Fugen mancherorts nicht tief genug ausgekratzt), aber immerhin, es hat geholfen, der Invasion einigermaßen Herr zu werden.
Und wir haben jetzt Dansand im Hof – das ist doch ebbes, oder?

Es mag Leser geben, denen das nichts bedeutet, weil sie keine Fugen zu versorgen haben. Vielleicht aber haben sie Kinder und einen Sandkasten, der nicht nur den Kindern, sondern auch den streunenden Katzen gefällt?
Dansand® hat Sand im Angebot, den Kinder mögen, die meisten Katzen aber nicht, hundert Pro biologisch.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Bernsteinlack

Warum soll man nur posten zu Fanø, wenn man auf der Insel ist?
Eigentlich ist man auch dort, wenn man nicht dort ist, also in Gedanken.


Meine holdes Töchterlein Anja schrieb mir heute ein Nachricht mit guten Wünschen zum „Papatag“. Außerdem schickte sie einen aktuellen Wetterbericht von der Insel: Sonnenschein pur, 21°, … mit etwas Schadenfreude im Unterton (?): wir seien zur falschen Zeit dorthin gefahren.
Da kann ich nur antworten: Wir waren schon zu allen Jahreszeiten auf Fanø, hatten schon alle möglichen Witterungen und auch Wetterkapriolen, aber es war nie die falsche Zeit gewesen. Wer Garantie auf Schönwetter und Wärme haben will, der muss eben woanders Urlaub machen. Auch dieses Mal im April war es mehr als erträglich, zwar selten über 10°, aber echte Regentage waren es nur zwei oder drei.
Das „Geheimnis“ liegt auch in der Dauer, statt eine oder zwei Wochen besser drei oder gar vier, dann wird man abwechslungsreicher von Petrus bedient. Und „Bernsteinwetter“ ist nicht unbedingt durchgängig schönes und ruhiges.

Was macht der Papa am Papatag? Er zieht nicht mit dem Leiterwagen durch die Gegend oder macht in der Kneipe oder sonstwo einen drauf.
Er „restauriert“ bei diesem herrlichen Wetter die Gartenbank, ein Dreisitzer aus Teakholz. Ein Geschenk zum Ruhestand, das muss man ja in Ehren halten und erhalten. Dummerweise steht die im Einzugsbereich der Vogelscharen, die in Guddes Vogelhäuschen und die sonstigen Futterstellen einfallen. Die Hinterlassenschaften sind unübersehbar, auch auf der Bank. Nicht nur die natürlichen, sondern auch Heruntergefallenes, z. B. Fett von den Meisenknödeln.
Leider hab‘ ich vergessen, ein Vorherbild zu machen, aber jetzt sieht sie so aus:

Frisch lackiert mit Bernstein-Lack
Schränke, Truhen, Stühle, Bänke, Tische, Vitrinen, Gartenstühle, … unzählige habe ich schon restauriert. Ein Hobby und auch Freizeitausgleich für meinen Beruf, in dem man eher selten handgreiflich und unmittelbar vor Augen hat, was man geschafft hat. Sie zieren auch das Zuhause der Töchter.

Zerlegen, ablaugen, schleifen, ölen, wachsen, polieren, lackieren, … Wer da Ratschläge und Nachhilfe braucht, gerne.
Und der beste Lack (z. B. für Stühle im Außenbereich) ist Bernsteinlack. Er ist sehr leicht zu verarbeiten, ist z. B. gut zu rollen, betont mit seiner dezenten „goldenen“ Färbung den natürlich Ton des Holzes. Er hat eine gute Härte, füllt gut und gibt einen schönen Glanz.
Zudem ist er sehr ergiebig, das ist auch nötig, denn er ist sehr teuer. 2012 habe ich für eine 0,75-Liter-Dose 52,36 € bezahlt (zzgl. Versandkosten für den Online-Versand). Natürlich „echten“ Bernstein-Lack, d. h. für die Herstellung wird echter Naturbernstein verwendet.
Im Baumarkt gibt’s das meines Wissens nicht, das würde ob des Preises wohl ein Ladenhüter werden. Die Firma, bei der ich das bestellte und sehr zufrieden war, hat ihren Sitz in Sehestedt. Sehestedt? Wenn ihr nach Dänemark düst, fahrt ihr faktisch daran vorbei. Liegt an der A7 etwa auf halbem Wege zwischen Hamburg und Flensburg.

Nachstehend noch ein Foto der Gartenstühle nach der Behandlung.

Alte BBK-Stühle, restauriert, naturfarben (Eiche)
BBK? Bayerische Brauerei Kaiserslautern
Nachtrag im wahrsten Sinne des Wortes:
Ich habe Nachschub an Bernsteinlack geordert.
0,75 Liter. Schnellste Lieferung in bester Verpackung.*****
Zum Preis von 52,99 € zzgl. 5,90 € Versandkosten.

Hätte mir früher jemand erzählt, ich würde in meinem Leben mal 58,89 € (ich rechne immer noch in Deutsche Mark = 115,18 DM) über 100 Märker für eine Dose Lack ausgeben, den hätte ich für verrückt erklärt.
Aber ist wie mit den Beinen für das Auto: Viele Menschen geben Unsummen aus für ein schickes Auto, wenn es dann aber um den Kauf neuer Reifen geht, dann versuchen sie zu sparen auf Teufel komm raus. Made in Irgendwo. Irgendwie unlogisch, oder?